Sei lieb zu dir...

... und plane jeden Tag Zeit nur für dich ein...

 

 

 

 

von Matt Licata     (übersetzt aus dem Englischen)

 

Unvermeidlich wird es Zeiten geben, in denen die Dinge auseinander fallen. Wenn innere und äußere Strukturen, Bezugspunkte und die Achse, um die wir leben, uns bewegen und atmen, aufgelöst werden... nicht von uns selbst, sondern von der Natur, vom großen Anderen.

 

Angesichts dieser Auflösung ist es sehr natürlich, einen Prozess des Nichtglaubens, der Apathie, der Angst und der Wut zu durchlaufen. Was wird mit mir geschehen? Mit meiner Familie? Mit dieser Welt? Mit dem Leben der Gefühle?

 

Es ist wichtig, dass wir uns dieser Auflösung zuwenden, die ein zornvoller, aber heiliger Prozess ist, der in jede menschliche Seele eingewickelt ist. Die Spannung zwischen den Extremen der Unterdrückung - Verleugnung, Überflutung und Ertrinken durch das Kollektiv zu halten, wird uns alles abverlangen. Es ist ein schöpferischer Akt der Barmherzigkeit, Freundlichkeit und Gnade, diesen liminalen Raum zwischen den Gegensätzen zu pflegen und ihn mit Liebe zu besäen.

 

Sich einige Augenblicke Zeit zu nehmen, um sich zu verlangsamen, in der Erde zu verwurzeln und diese Körper als Gefäße zu gestalten, um die Gefühle, Bilder, Ungewissheit und das Nichtwissen einzuschließen und zu integrieren. Diese Erfahrungen sind zwar schwierig und herausfordernd zu halten, aber sie sind kein Hindernis auf unserem Weg, sondern die Essenz des Weges selbst.

 

Wenn wir dem Zerfall von uns und unserer Welt und unseren Träumen, wie wir sie uns erträumt haben, Zuflucht bieten, treten wir in das Reich des Kriegers ein. Unser Herz wird in einen Tempel verwandelt. Im Inneren dieses Tempels bedeutet Furchtlosigkeit nicht, dass man niemals Angst hat, die Angst pathologisiert oder sie überwindet. Es bedeutet die lebendige, kreative, befähigte Bereitschaft, der Angst Augenblick für Augenblick mit der Kraft und Schönheit unserer Zerbrochenheit zu begegnen.

 

Wenn wir uns auf diese Weise umdrehen und einen sicheren Durchgang für die Verstoffwechselung dessen bieten, was wir jetzt halten sollen, könnten wir unter all dem eine Zärtlichkeit entdecken - einen weichen Fleck, sogar eine Wunde, einen Schmerz, eine brennende Sehnsucht im Herzen. Es ist ein Schmerz der Trauer über diese Welt, darüber, wie zerbrechlich, vorübergehend, zart und zerbrechlich sie hier wirklich ist.

 

Wie kostbar, wie selten, wie unerhört, ja sogar unerhört ist es, wenn man ihr noch einen Atemzug gibt. Dieser Atem. Und dieser.

In diesem Erkennen sehen wir, dass, ob die Dinge auseinander fallen oder zusammenbleiben, es irgendwie machbar ist, dass das, was wir fühlen, gültig ist, und dass unsere Lebensader jene unsichtbare Brücke ist, die ein Herz mit einem anderen verbindet.